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Rotter Achse

Mit der sog. Rotter Achse ist im Rahmen der Dorferneuerung ein Projekt realisiert worden, das als landschaftsplanerisches und geschichtsorientiertes Gesamtkunstwerk einen freien Blick vom Abt-Benedikt-Lutz Brunnen über den Kirchzugang und durch den linken Klosterflügel (jetzt Gemeindeverwaltung) hindurch, dann weiter über den Klosterweg hinweg bis zur Zeitstele ‚ecclesia et mundus' am Friedhofseingang erlaubt. Das Künstlerehepaar Hannah und Toni Stegmayer hat die Rotter Achse um eine Zeitachse ergänzt, mit der die Kirchen- und Ortsgeschichte Rotts und darüber hinaus die schwer fassbare Dimension Zeit als Medium kirchlicher und profaner Entwicklung symbolhaft dargestellt wird.

Die Zeitachse hat mehrere Elemente. Sie besteht einmal aus Zeitschwellen mit historischen Daten, Namen und Texten, die bis zum Friedhofsdurchlass in den gepflasterten Zugang zur Kirche eingelassen sind. Im Durchgang selbst ist eine stilisierte Dokumentation der Dorferneuerung angebracht, die auf zwei übereinander geschichteten Glasplatten die wichtigsten Projekte dieser langjährigen Fördermaßnahme transparent werden lässt.
Den Abschluss der Zeitachse bildet der Zeitbaum ecclesia et mundus, eine hoch aufragende Stele aus Sedimentgestein, deren vier Seiten mit Texten von Augustinus und Paul Celan zum Zeitbegriff und mit Modellen naturwissenschaftlicher und christlicher Weltentwicklung versehen sind. Ergänzt wird dieser Dreiklang durch ein Schriftband an der Stirnseite des ehemaligen Klostergebäudes, das in großen Lettern die Entwicklung des Ortsnamens Rott durch die Jahrhunderte zeigt.

Filialkirche "Unsere liebe Frau"

Im nahen, zu Rott gehörenden Feldkirchen steht die frühere Marien-Wallfahrtskirche Unsere liebe Frau, die zum Besitz des Rotter Klosters zählte und durch deren Abt Benedikt I im 16. Jahrhundert ihr heutiges Aussehen erhielt. Nicht weit vom Inn gelegen war sie auch lange Zeit Sitz einer Schiffsbruderschaft. Die früheste Urkunde, in der die Kirche erwähnt wird, ist ein Ablassbrief aus dem Jahr 1298. Aus dieser Zeit stammt der noch heute erhaltene Kirchturm. Bemerkenswert sind die spätgotische Muttergottesfigur (um 1500) und das Holztafelgemälde Maria im Ährenkleid (ca. 1550). Eine umfangreiche Sanierung und Restaurierung fand 1989/1990 statt.

Die Klosterkirche

Auf halbem Weg zwischen Rosenheim uns Wasserburg liegt unübersehbar am hohen Rand des Inngrabens die Rotter Klosterkirche St. Marinus und Anianus. Über diese ehemalige Benediktiner-Abtei gerät selbst der sonst recht nüchterne Polyglott-Reiseführer ins Schwärmen: "Mit Recht ist Rott durch seine Klosterkirche berühmt, neben der Wieskirche einer der reinsten und kostbarsten Rokokobauten Bayerns." Und im Kompass-Kultur-Reiseführer wird die Abtei als der "wohl schönste Kirchenraum des 18. Jahrhunderts" gelobt. Berühmte Künstler der Epoche haben sich hier ein bleibendes Denkmal gesetzt. Johann Michael Fischer schuf die Architektur, Ignaz Günther den Hochaltar und die Skulpturen, sein Namensvetter Matthäus die Deckenfresken. Außerdem waren u.a. Josef Götsch (Skulpturen) und Jakob Rauch (Stuck) beteiligt.

Dort wo heute die Kirche steht, stiftete anno 1083 Pfalzgraf Kuno von Rott in Gedenken an seinen einzigen, zwei Jahre zuvor auf dem Schlachtfeld gefallenen Sohn den Benediktinern ein Kloster. Die pfalzgräfliche Dynastie starb aus, aber die kirchliche Stiftung entwickelte sich weiter. War schon der Anlass für die Erbauung des Klosters ein martialisches Ereignis, so bestimmten kriegerische Wirrnisse auch weiterhin die Geschicke der Abtei mit. Verwicklungen in den Hussitenkrieg, in den Landshuter und später den österreichischen Erbfolgestreit sowie in den 30jährigen Krieg markierten die unruhige Historie des Klosters. Trotzdem war die Rotter Benediktinerabtei jahrhundertlang eines der geistigen Zentren in Altbayern.

Seit 1763 steht an der Stelle der ursprünglichen romanischen Basilika das heutige Rokokobauwerk. Bedingt durch die Säkularisation wurde 1803 das Kloster aufgelöst, Teile der Anlage niedergerissen oder verkauft, der Waldbesitz verstaatlicht und die wertvolle Bibliothek bis auf wenige Ausnahmen verschleudert. 1937 tut ein Großbrand ein übriges: Etliche der noch vorhandenen Gebäudeteile fallen den Flammen zum Opfer. Die Abtei allerdings bleibt erhalten und dient heute als Pfarrkirche. Ihre ausgezeichnete Akustik gibt immer wieder Anlass für Kirchenkonzerte und festliche Gottesdienste.

Nach zwei teilweise nicht originalgetreuen Restaurierungen in den Jahren 1867 und 1962/63 wurde die ehemalige Klosterkirche von 1994 bis 2002 einer umfassenden Gesamtsanierung unterzogen, die sich am ursprünglichen Zustand orientiert. Seit Juli 2002 ist die Rotter Kirche wieder zugänglich und in neuer "alter Pracht" zu besichtigen.

Strauß-Gruft

Der am 03. Oktober 1988 verstorbene bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß ist in Rott a. Inn begraben. Er wurde in der Familiengruft Kaiser/Zwicknagel neben seiner 1984 verstorbenen Gattin Marianne, geb. Zwicknagel, die er 1957 in der Rotter Klosterkirche heiratete, beigesetzt. Die Gruft befindet sich am unteren Eingang zum alten Teil des Rotter Friedhofs. Franz Josef Strauß ist Ehrenbürger der Gemeinde Rott a. Inn. Nach ihm wurde der Weg benannt, der von der Bahnhofstraße zum Klosterhof und weiter zur Gruft führt.

 

Sehenswertes
in Rott am Inn


Klosterkirche



Filialkirche
"unsere liebe Frau"



Strauß Gruft


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