Die
geschichtliche Entwicklung
Bald
nach der bayuwarischen Landnahme ist der Ort wohl nach dem gleichnamigen Flüßchen
Rott, das östlich von Feldkirchen in den Inn mündet und in den ältesten
"Freisinger traditionen" aufscheint, benannt. Die Urkundenform "ad Rota" (769)
und "flumen qui dictur Rota" (773), sowie die mundartliche Form Roud verweisen
auf "Rotaha", was soviel wie "roter Bach" bedeutet. Doch die wichtigste Urkunde
ist jene, die über das Aussterben des Grafengeschlechts in Rott und über
die Gründung des Klosters berichtet. Am 11. August 1081 fällt der
junge, mit Elisabeth von Lothringen vermählte Graf Kuno von Rott in der
Schlacht bei Hochstädt/Donau. Da dieser keine Erben hatte, stiftete sein
betagter Vater, der Pfalzgraf Kuno, seine Besitzungen zur Gründung eines
Klosters.
Zweimal war die Abtei mit
dem Kirchenbann belegt: 1239, als sie in den Kämpfen Friedrich II. gegen
das Papsttum zum Staufenkaiser hielt und 1534, weil sie Kaiser Ludwig dem
Bayern anhing. Nach dem Hussitenkrieg, der völlige Verschuldung brachte,
folgte der Landshuter Erbfolgekrieg mit Brandschatzung und Plünderung.
Im Jahre 1504 verfiel sie sogar in die Reichsacht und man beschlagnahmte alle
Güter, weil Abt Johannes III. die Truppen des Pfalzgrafen Rupprecht "tag
und nacht hat ein- und ausziehn lassn".Nach dem österreichischen Erbfolgekrieg,
der erneut hohe Steuern, Kontribution und Teuerung brachte, hat sich die wirtschaftliche
Lage dennoch gebessert. Abt Benedikt II. (1757-1776) ließ anstelle der
romanischen Basilika eine neue Klosterkirche, die "zu den besten kirchlichen
Bauten des 18. Jahrhunderts in Deutschland" gehört, erbauen. Bedeutende
Künstler (Johann Michael Fischer, Ignaz und Matthäus Günther,
Joseph Götsch, sowie Franz Xaver Feichtmayr und Jakob Rauch), haben dieses
"Juwel des bayerischen Rokoko" entstehen lassen.
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Hl. Katharina von J. Götsch
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Hl. Papst Leo IV von I. Günther
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Bei der am 1.4.1803 erfolgten
Auflösung der Abtei wurden die Gebäude des Klosters verkauft, der
große Waldbesitz verstaatlicht, die umfangreiche Bibliothek mit wertvollen
alten Handschriften verschleudert und leider nur zum Teil staatlichen Archiven
zugeleitet. Mit der Säkularisation endete die bewegte Geschichte des
Benediktinerklosters Rott, die stets auch die Geschichte des Ortes und seiner
Bewohner war. Aus der ehemaligen Klosterhofmark bildete sich die Gemeinde,
deren wirtschaftliche Lage anfangs schwierig war. Nach dem 2. Weltkrieg erlebte
Rott einen raschen Aufschwung, so daß der Ort wieder einen Mittelpunkt
zwischen den Städten Wasserburg und Rosenheim bildet, in dem reges Vereinsleben
herrscht und eine Vielzahl von Gewerbebetrieben Arbeitsplätze sichern
und wirtschaftliche Grundlage für die Gemeinde bedeuten.
Ehemaliger Klosterkomplex heute
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