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Rott am Inn
BAND 2
Beiträge zu Kunst und Geschichte der ehemaligen Benediktinerabtei
Herausgegeben
von Willi Birkmaier mit Beiträgen von Ludwig Baumann, Willi Birkmaier,
Korbinian Birnbacher OSB, Franziskus Büll OSB, Hermann Hauke, Gregor
M. Lechner OSB, Peter Maier, Elisabeth Noichl, Georg Paula, Franz Peter,
Hans Pörnbacher, Hans Ramisch, Martin Ruf OSB, Peter Schwenk, Bernhard
Stalla, Robert Stalla, Alfred Tausendpfund, Peter Volk, Theodor Wolf
OSB
Rott am Inn gilt bei allen Kunstfreunden als die ideale Verkörperung
des "Gesamtkunstwerks" am Ende der Rokokozeit. Architektur
und Stuck, Malerei und Skulptur zogen durch die Person des Bauherrn
Abt Benedikt Lutz von Lutzenkirchen in den Jahren 1759 bis 1763 die
vorzüglichsten Meister ihrer Zeit an: den Münchner Baumeister Johann
Michael Fischer, der zwischen den stehengebliebenen romanischen Türmen,
gegen Westen zu, einen genialen Oktogonraum aufrichtete; den Wessobrunner
Jakob Rauch, der der Rokokostukkatur in einem feinsinnig erdachten Programm
zu einem großen Triumph verhalf; den Freskanten Matthäus Günther aus
Augsburg, der den einst von Johann Evangelist Holzer für Münsterschwarzach
erdachten "benediktinischen Himmel- neu interpretierte und der
zudem den für Rott reklamierten Patronen Marinus und Anianus eine gültige
Darstellung angedeihen ließ; den Hofbildhauer Ignaz Günther, der für
Rott drei meisterhafte Altäre schuf und die anderen vermutlich entwarf,
so daß einer Generation von lokalen Meistern wie Joseph Götsch in Aibling
ein reiches Betätigungsfeld blieb. Zwar mußte der Bauherr schuldenhalber
resignieren - er nahm allein bei der Schwesterabtei Oberaltaich 30000
Gulden auf - , und er mußte sich den Titel "Heiliger Verschwender"
gefallen lassen, aber sein Werk in Rott am Inn wurde unsterblich.
Der von Willi Birkmaier, Heimatpfleger im Landkreis Rosenheim, herausgegebene
Band beschwört den Rotter "genius loci" und bringt eine
Fülle wertvoller Beiträge aus berufener Feder. Namhafte Wissenschaftler
und Ordenshistoriker bringen dem Prälatenstift Rott ihre Huldigung dar.
Anlaß ist die Wiedereröffnung der Kirche am 30. Juni 2002 nach zehnjährigen
Restaurierungsarbeiten. Auf rund 400 Seiten mit vielen farbigen Tafelabbildungen
ersteht ein getreues Porträt der einstigen Benediktinerabtei Rott am
Inn, von der Grundsteinlegung für die Klosterkirche im Jahre 1134 bis
zur Aufhebung des Stifts 1802 und der Abführung der Wertsachen nach
München. Ein vorbildliches Buch, das auf vielen Gabentischen Oberbayerns
und darüberhinaus Begeisterung auslösen wird.
Anton H. Konrad
Verlag
Schulstraße
5 89264 Weißenhorn/Bayern
Telefon 07309-2657 Fax
07309-6069 eMail: info@konrad-verlag.de
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